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Sensationelle Funde

Foto: Eine im Tunnel gefundene Scherbe
 
Foto: Dekobild
 
Foto: Dekobild
 
Foto: Dekobild
 
Ein adeliger Haushalt

Foto: © Detlef Bach
Das reichhaltige Fundmaterial, das im Sommer 2003 aus einem unterirdischen begehbaren Kanalsystem am Falkenhof geborgen wurde, zeigt ein deutliches Bild gehobener Haushaltung und feiner Tischkultur am Falkenhof des 17. bis 18. Jahrhunderts.

In dieser Zeit bewohnte die wohlhabende Familie von Morrien den Adelshof. Ein mehrteiliges Tafelgeschirr aus England, Fayencen aus den Niederlanden, chinesisches und englisches Teegeschirr sowie Luxusgläser venezianischer Art spiegeln den Geschmack und die Wirtschaftskraft der damaligen Bewohner wider. In einer Zeit, als üblicherweise in den Haushalten Irdenware und Holzgeschirr auf dem Tisch stand, wurde für diese Familie die Tafel sicherlich häufiger mit kostbarem Geschirr gedeckt.

Das gesamte Fundgut zeigt aber auch, dass Irdenware dennoch keine untergeordnete Rolle spielte. Ob sie ausschließlich für die Mahlzeiten der Bediensteten verwendet wurde oder auch als Alltagsgeschirr der Falkenhofbesitzer diente, ist nicht geklärt.

Zerbrochenes wurde vor Ort entsorgt. Diesem Umstand und der Entdeckung dieser Abfallschächte ist es zu verdanken, dass wir uns heute ein deutlicheres Bild über die Lebensgewohnheiten der damaligen Zeit am Falkenhof machen können. Die Gegenstände können nun wieder an ihrem authentischen Ort, wie schon zur Zeit der Familie von Morrien, präsentiert werden.

Scherzgläser
Foto: © Detlef Bach
Von der Geschicklichkeit der Glasmacher zeugen kuriose Gläserformen. Sie werden unter der Bezeichnung Scherzgläser zusammengefasst. Formen aus der Tierwelt wie Schweine, Vögel und Bären aber auch Fässer, Pistolen und Trompeten waren beliebte Trinkgefäße.

Bei der Restaurierung der Glasfunde am Falkenhof konnten überraschend zwei solcher Scherzgläser aus vielen Fragmenten wieder zusammengesetzt werden.
Das Glas in Form eines Posthorns musste, einmal mit Wein gefüllt, in einem Zuge geleert werden. Vermutlich diente auch der Glasdegen dem geselligen Trinken, wenn Gäste bei der Familie von Morrien weilten. Er konnte als Hohlglas mit Flüssigkeit gefüllt werden. Die Degenspitze und der Knauf sind nicht mehr vollständig erhalten. Wahrscheinlich bestand am Griffende die Möglichkeit, Wein einzufüllen und zu trinken.
Foto: Dekobild
Foto: Dekobild
Foto: Dekobild
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