Projekt Ankommensberatung gestartet

Wie können wir neu zugewanderten Menschen, die aus dem EU-Ausland nach Rheine kommen, Hilfe une Begleitung anbieten? Dieses ist eine zentrale Fragestellung, die sich der Fachbereich Schulen, Soziales, Migration und Integration mit seinem neuen Projekt Ankommensberatung zur Aufgabe gemacht hat.

Das Projekt richtet sich an neu zugewanderte EU-Bürger/innen, die zumeist aufgrund der Arbeitssuche nach Rheine kommen. Mit Hilfe einer aufsuchenden Sozialarbeit soll die Zielgruppe direkt nach Zuzug die Möglichkeit erhalten, die Angebote des Einwanderungsmanagements der Stadt Rheine nach eigenen Bedürfnissen kennenzulernen und zu nutzen.

Waren es in den letzten Jahren Flüchtlinge, denen bei der Integration Hilfestellungen gegeben wurden, sprechen die aktuellen Zahlen nun eine andere Sprache. Nicht mehr Flüchtlinge, sondern Bürger aus dem EU-Ausland kommen nach Rheine. Etwa 100 Menschen pro Monat, vornehmlich aus dem osteuropäischen Raum, wie Polen, Bulgarien und Rumänien, versuchen sich in der Emsstadt eine neue Existenz aufzubauen. Wie Rheines Beigeordneter Raimund Gausmann betont, sind die Anfangsschwierigkeiten jedoch in mancherlei Hinsicht dieselben. Mangelnde Sprachkenntnisse, mangelnde Kenntnisse der hiesigen Infrastruktur, die Anmeldung der Kinder in Kita oder Schule oder aber die Suche nach einem Job, sind da nur einige Hürden, denen sich die Menschen gegenüber sehen. Vor allem Familien, die dauerhaft in Rheine bleiben wollen, bietet die Ankommensberatung persönliche Hilfe und Unterstützung an. Zielsetzung ist es dabei, so die zuständige Fachbereichsleiterin Wiebke Gehrke die neu zugewanderten Menschen über die vielfältigen Angebote im Rahmen der Integrations-und Teilhabemöglichkeiten in Rheine zu informieren. Dabei soll ihnen auch der Weg in die jeweiligen Stadtteilbüros aufgezeigt werden. Ein unmittelbarer Kontakt ist dabei sehr von Vorteil, wie die beiden zuständigen Projektkoordinatorinnen Christa Heufes und Martina Sendtko erläutern. „In neun von zehn Fällen sind die Menschen aufgeschlossen und interessiert“, so Sendtko.

Eine Willkommensmappe mit den wichtigsten Angeboten rund um Themen wie Sprache, Arbeit, Kita und Schule sowie Gesundheit, Wohnen, Mobilität und Freizeit erleichtert allen neu Hinzugezogenen das Einleben.

Zudem erhofft sich aber auch die Stadtverwaltung Rheine wichtige Daten gewinnen zu können. Was bewegt die Menschen nach Rheine zu kommen, wie lange wollen sie bleiben, sind da nur zwei zentrale Inhalte, die abgefragt werden sollen. „Diese Daten sind wichtig, um zukünftig auch die Auswirkungen definieren zu können“, so Gausmann. Nicht nur die Kitaplanung wird sich daran orientieren können, auch die Frage der Schulplätze oder des Wohnraums, kann durch die gewonnen Daten erleichtert werden. „Durch die persönlichen Besuche können wir den Menschen die vielfältigen Angebote unterbreiten. Gleichzeitig erfahren wir viel über ihre Lebensumstände. So bildet das Projekt auch eine gute Auswertungsmöglichkeit für die entwicklungspolitischen Ziele der Stadt“, fasst Wiebke Gehrke die zentralen Zielsetzungen des Projektes zusammen.