Familienforschung

Das Stadtarchiv bietet Ihnen auch die Möglichkeit, Ihren Stammbaum zu erforschen.

Hierfür gibt es verschiedene Ansatzpunkte, die hier erläutert werden.

Forschungsmöglichkeiten

Hat jemand Vorfahren aus Rheine und möchte seine Familie erforschen, so findet er sehr viele Listen, Unterlagen und Dokumente im Stadtarchiv. Die wichtigsten Dokumente sind im Lesesaal an der Matthiasstraße 37 gelagert und können direkt eingesehen werden. Alle Arbeitstische sind mit Steckdosen versehen, so dass Besucher auch mit Laptop arbeiten können.

Zunächst sollte jeder aber das sammeln, was er Zuhause an Unterlagen findet. Wichtig wäre es, mit dem eigenen Material (Stammbücher, Urkunden, Briefe, aber auch mündliche Überlieferungen), die Vorfahren von der Gegenwart bis 1875 zurückzuverfolgen, da ab 1875 die Geburten, Heiraten und Todesfälle im Standesamt verzeichnet sind und kirchliche Daten noch nicht freigegeben sind. Es ist also bisher nicht möglich, im Stadtarchiv ein Geburtsdatum z.B. um 1880 nachzusehen. Das neue Personenstandsgesetz bringt hier aber seit 2009 eine deutliche Verbesserung. Geburten unterliegen dann nur noch für 110 Jahre dem Datenschutz, Heiraten 80 Jahre und Todesfälle 30 Jahre. Konkret bedeutet das, dass ab 2009 Geburten bis zum Jahre 1898 eingesehen werden können. Es gibt allerdings im Stadtarchiv Bücher, die z.T. die Lücke von 1875 bis 1910 schließen: die sogenannten „Häuserbücher“. Diese liegen für die Bauerschaften Altenrheine, Bentlage, Catenhorn, Dutum, Eschendorf, Gellendorf, Hauenhorst und Wadelheim vor, zudem für die Ortsteile Rodde, Elte und Mesum. In ihnen sind etwa ab 1830 alle Familienmitglieder unter einer Hausnummer aufgeführt, mit Angaben zur Geburt, Heirat, Militärdienst usw.

Die „Kirchenbücher“ sind wohl das wichtigste Dokument für Familienforscher. Die Geburten für Rheine sind ab 1613 verzeichnet, mit Lücken während der Zeit des 30-jährigen Krieges. Neben Rheine, Elte und Mesum liegen auch Kopien für Recke vor. Nicht jeder kann die Schrift lesen, wir helfen da gerne. Aber es gibt auch weitere Hilfen. Die „Mormonen“, eine Glaubensrichtung aus Amerika, hat in den 80er Jahren alle Kirchenbücher Rheines abgelichtet und von deutschsprachigen Studenten /Studentinnen abschreiben lassen. Leider noch nicht den Zeitraum von 1710 bis 1800. Der Rest ist – entsprechende Computerkenntnisse vorausgesetzt – im Internet abrufbar. Die Datenbank liegt dem Familienkundlichen AK vor und kann von allen genutzt werden.

 

Weitere familiengeschichtliche Quellen

Der verstorbene Höfe- und Familienforscher Rudolf Busse (* 1900, + 1973) hat eine von den Mormonen zur Verfügung gestellte Kopie der Kirchenbücher zerschnitten und in mühevoller Arbeit die Schnipsel zu Familien zusammengestellt. Alles hat er dabei leider nicht mehr geschafft, aber viele Rheinenser Familien sind in den „Busse-Listen“ zu finden.

Eine weitere wichtige Quelle ist der „Status animarum“. Abschriften für Rheine und elf weitere Orte von Bevergern bis Wettringen liegen im Stadtarchiv vor. Im Jahr 1750 erhoben, ist er die erste nahezu vollständige Aufnahme der Bevölkerung des Bistums Münster. Ein Register erleichtert die Namenssuche. Wenige Jahre vorher entstand im Jahr 1741 die „Kommunionliste“. Alle Kommunikanten (ab 12 Jahre) sind aufgeführt. Interessant ist dabei der Vergleich der Namen mit dem neuen Jahre jüngeren Status animarum.

Es gibt ferner aus den vergangenen Jahrhunderten zusätzliche Einwohner- und Steuerlisten. Herbert Söthe aus Ottenstein hat für Rheine 1662 das „Einwohnerverzeichnis“, für 1664 und 1665 ein „Personenschatzungsregister“ zusammengestellt. Diese Listen sind zwar nicht immer vollständig (so sind 1664: 236 Familien, 1665: 330 Familien für Rheine angegeben), ergeben aber zusammen mit allen anderen Quellen ein wichtiges Bild. Auch das „Bürgerbuch der Stadt Rheine“ ist eine wichtige Quelle für Familienforscher. Es enthält u.a. Angaben über den Herkunftsort zugezogener Personen. Geführt ist es von 1637 bis 1825.

Durch Edikt vom 15. April 1768 verfügte der Erzbischof Maximilian Friedrich von Köln, der gleichzeitig auch Bischof von Münster war, die Gründung einer Brandversicherungsgesellschaft. Alle Häuser, auch wüst gelegene Plätze der Stadt erhielten eine Hausnummer. Insgesamt 442 Nummern wurden vergeben. Edgar Winter hat in zwei Aktenordnern alle Besitzer dieser Häuser in Rheine aufgeführt und dazu Register und Verzeichnisse von 1779 bis 1861 benutzt. Ein Namensregister liegt auch hier vor, so dass schnell gesucht und gefunden werden kann.

 

Familienkundlicher Arbeitskreis

Der „Familienkundliche Arbeitskreis Rheine" wurde am 3. November 1992 im Stadtarchiv Rheine gegründet. Seit Oktober 1998 wird der Arbeitskreis von Franz Winter geleitet.

Mitglieder des Arbeitskreises haben über die Jahre hinweg viele Archive besucht und Informationen über Rheine und Umgebung gesammelt. So wurde zum Beispiel eine komplette Hofgeschichte von Mesum und Hauenhorst erarbeitet, es erfolgten Forschungen zu Rodder Höfen und es wurde eine Abschrift des „Status animarum Bevergern“ erstellt. Auch wurden Informationen zu Dutumer Höfen zusammengetragen und es wurden Listen von hunderten Auswandererfamilien angefertigt. Eine Vielzahl von Listen und Arbeitsergebnissen des Arbeitskreises sind im Stadtarchiv abgelegt und können dort eingesehen werden. Einiges ist auch von Franz Winter ins Internet gestellt.

Zudem beantwortet der Arbeitskreis die regelmäßig eingehenden Anfragen von ehemaligen Rheinensern oder Ausgewanderten aus Rheine und Umgebung, die aus der Ferne Ahnenforschung betreiben.

Herr Winter ist regelmäßig dienstags ab 14.30 Uhr im Lesesaal des Benutzerraums des Stadtarchivs anzutreffen, wo er seine Familienforschungen stetig fortführt. Wer Interesse hat, im familienkundlichen Arbeitskreis mitzuwirken, ist herzlich eingeladen. Kommen Sie zu Gesprächen und Gedankenaustauschen dazu. Es werden mitgebrachte, alte Texte übersetzt und Listen angefertigt. Forschen Sie mit in einem unwahrscheinlich interessanten Themenfeld. Anfänger erhalten natürlich wichtige Hilfestellungen und Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

Verzeichnisse & Gildenbücher

Für 1785 liegt ein „Einwohnerverzeichnis“ für die Stadt Rheine, die Orte Emsbüren und Neuenkirchen und ein „Index für das Amt Rheine und Bevergern“ vor. Im ersteren sind die Berufe der Personen genannt, im Index die Grundherren. Nur wenige Hofbewohner waren um diese Zeit frei, die meisten waren einem Grundherren eigenbehörig (Hofkammer Münster, Herrschaft Rheda, Kloster Bentlage, Falkenhof, usw.). Ebenfalls die Berufe führt ein „Namensregister“ aller männlichen Einwohner der Mairie Rheine von 1812 auf. Wer sich noch mehr für Berufe der Vorfahren interessiert, kann in einem der „Gildenbücher“ oder im „Handwerkerverzeichnis von 1850“ nachschauen.

 Dagegen listet das „Lagerbuch von 1839“ sämtliche Gebäude von Elte, Rheine links und rechts der Ems auf. Dazu gibt es ein Register, das insgesamt 713 Familien aufführt. Die Stadt Rheine ließ ab 1863 bis ca. 1919 in einem „Kontrollbuch“ über 2000 „Niederländer“ aufschreiben, die hier in der Stadt Arbeit suchten und fanden. Das Kontrollbuch ist alphabetisch aufgebaut, die Namen sind daher leicht auffindbar.

 Im Stadtarchiv sind daneben noch viele Listen aus den Nachbarorten vorhanden, so der „Index Generalis“ aus Emsbüren (ein Familienverzeichnis) oder die „Kirchenbuchabschriften“ von Emsdetten. So bietet sich mit diesen und noch vielen weiteren Listen und Akten dem Familienkundlichen Arbeitskreis und allen Familienforschern und Besuchern im Stadtarchiv Rheine ein großes Angebot an Arbeits-, Informations- und Forschungsmöglichkeiten.

 

weitere informationen zum thema familienforschung erhalten sie hier

www.rheineahnen.de

Adresse
Herr Maik Angerhausen
Stadtarchiv und Kulturetage
Matthiasstraße 37
48431 Rheine
Telefon: 05971 939 180
Fax: 05971 939 8 180
E-Mail: maik.angerhausen@rheine.de
Zimmer: 20.18
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Die 09:00 – 13:00 Uhr und 14:00 – 18:00 Uhr

Mi  09:00 – 13:00 Uhr 

Do 09:00 – 13:00 Uhr und 14:00 – 18:00 Uhr