Erfolgreiches Konzert

Der „Overijssels Byzentijns Mannenkoor“ überzeugte bei seinem Auftritt in der Dionyskirche mit Perfektion und Präzision.

Foto: Gerd Cosse

Passender konnte das Konzert anlässlich des Volkstrauertrages nicht beginnen. Mit W.A. Mozarts getragenem Kanon „Dona Nobis Pacem" eröffnete der Byzantinische Männerchor Overijssel am vergangenen Sonntag ein außergewöhnliches Herbstkonzert in der Dionyskirche. Die einfache, aber nicht minder kraftvolle Botschaft des „Gewähre uns Frieden“ griff auch Pfarrer Thomas Lemanski in seiner Einführung auf, indem er die durch Krieg und deutsche Besetzung lange belasteten deutsch-niederländischen Beziehungen ansprach und an die vielen hoffnungsfrohen positiven Schritte seitdem erinnerte, zu denen auch die Städtepartnerschaft der Stadt Rheine mit dem niederländischen Borne in der Provinz Overijssel gehören, die seit nunmehr 36 Jahren besteht.  Über 350 Zuhörer lauschten dem Chor, dem mit seiner Auswahl einer hier weniger bekannten Chormusik und einer perfekten Präsentation eine herausragende Aufführung gelang.

Der Männerchor aus der niederländisch-deutschen Grenzregion betrat in langen schwarzen Gewändern den Altarraum, flankiert von zwei wertvollen Ikonen, die die historische Stimmung des Gesamtprogramms unterstützten. Er sang, durch das gestenreiche Dirigat von Marian Stouwdam geleitet, im ersten Teil seines Konzerts A-capella-Lieder aus der byzantinischen Liturgie, von denen ein Großteil auf dem im Jahre 1604 verfassten Buch des Mönchs Chrysostomos basiert. Inge de Vries stellte in ihrer Moderation den Kurzinhalt der Lieder vor, verwies auf die Auferstehung des Herrn („Telo Christovo Priimite“) und auf die gesanglich ausgerichtete Ode („Ispolla eti Despota“). Ein Höhepunkt im ersten Teil des Konzertes war die auch in Deutschland bekannte Hymne „Kolj Slawjen“, „Ich bete dich an, oh Macht der Liebe“.

Perfekt der „Mannenkoor“ in seiner gesanglichen Ausführung: Präzise der Einsatz der Anfangs- und Schlussakkorde, wirkungsvolle Ausgewogenheit in der Dynamik vom kaum Hörbaren bis zum Fortissimo und geschickt überlagernde Atempausen in allen Stimmen. Als Solisten traten die Bassisten Frits Roeloffzen und Ton Somhorst auf, beide sonor voll klingend bis zu den tiefen Vokalen.

Nach einer kurzen Pause galt der zweite Teil den fröhlichen und melancholischen Liedern der vornehmlich russischen Volkstradition.  Auch hier war die Moderation durch Inge de Vries überaus hilfreich, um die Wünsche und Sehnsüchte eines Volkes in der Musik nacherleben zu können. Es begann mit dem Lied „Dwjenadtsjat Rasboinikow“, dem Lied über die Bekehrung des Räuberhauptmanns Kudijar mit Ton Somhorst als Solist, gefolgt von „Nad Proetom Oe Loezi“, einem gefühlvollen Liebeslied vom Ufer der Pruth.

Dramatisch die Geschichte aus der Steppe „Stjep da Stjep“, flehentlich das Gebet um Schutz und Freiheit („Bozhe Velykyj“) aus der Ukraine, ergreifend das Liebeslied „Anna Lariesa“, in dem Frits Roeloffzen als Solist mit seinem Bass seine Liebe beschwört. Viel Zwischenapplaus bekam auch die Lachnummer „Tul´skaya Garmon“: ein lustiges Lied, in dem die Tenor-Abteilung mit ihren Mannen die Bass- und die Bariton-Abteilung auslacht – und umgekehrt.

Mit der Zugabe, einem gesungenen Segensgruß und dem Wunsch und der Hoffnung auf ein Wiedersehen, endete dieses eindrucksvolle Konzert mit minutenlangem stehendem Applaus.